In unserer aktuellen Folge waren wir mit Dr. Juliane Spank und Philipp Strnad im Gespräch. Und ein Punkt geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf.
Juliane ist promoviert – und arbeitet trotzdem zu 40 % direkt am Bett. Für sie ist das völlig selbstverständlich. Am Klinikum Stuttgart sind daraus inzwischen 36 APN-Stellen geworden und in die E13 eingruppiert.
Das ist ja so ziemlich das Gegenteil von dem, was man sonst so hört: „Wer studiert, will doch eh weg vom Bett." Oder das andere Klassiker-Argument: „Die kommt, sagt uns wie’s besser geht, und ist wieder weg."
Ehrlich gesagt finde ich das Modell in Stuttgart ziemlich beeindruckend – aber ich frage mich, wie weit das von der Realität in den meisten Häusern entfernt ist.
Deswegen interessiert mich eure Erfahrung: Hält sich das „studieren = weg vom Bett"-Ding bei euch auch noch? Habt ihr schon mal mit einer APN gearbeitet, und wie war das? Und für alle, die selbst studiert haben oder gerade dabei sind: konntet ihr euer Wissen danach wirklich einbringen, oder lief am Ende doch alles weiter wie vorher?
Ein Satz reicht völlig, mir geht’s um eure Erfahrungen.
Passt thematisch übrigens gut zu ein paar Sachen, die hier schon laufen:
Bin gespannt auf eure Meinungen!
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Hallo an alle!
Mich hat die Folge auch total beeindruckt. Ich befinde mich ja aktuell in den Kinderschuhen meines Masterstudiums zur ANP.
Kinderschuhe trifft es bei mir auch beruflich ganz gut. Ich arbeite aktuell auf einer Kinderintensivstation mit angegliederter neurotraumatologischer Frühreha. Dort ist in Richtung ANP noch wenig Handlungsspielraum. Auch meinen Bachelorabschluss nutze ich nicht so richtig. Es liegt leider wirklich an den Systemen in denen man arbeitet. Andere Abteilungen im Haus beginnen aktuell mit der Implementierung.
Vielleicht zieht es sich ja durch: viele akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen in den Uniklinika und Maximalversorgern. Alle Einrichtungen liegen zurück…
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„Will doch eh’ nur weg vom Bett“ ist ein Vorurteil, das auf APN am wenigsten zutrifft. Das ist aus meiner Sicht ein Abwehrargument, weil Pflegefachpersonen zurzeit hören und erleben, dass ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit, nämlich die körpernahe Arbeit ohne medizinisch-therapeutischen Charakter, abgewertet wird.
Ein größeres Problem ist eher die innerberufliche Diskussion um die sogenannten Vorbehaltsaufgaben. BAPID, PeBem in der Langzeitpflege und das Papier des selbsternannten Think Tanks Vorbehaltsaufgaben, sehen die „Durchführung“ als delegierbaren Teil des Pflegeprozesses. Das führt zwangsweise zu weniger Kontaktzeit zwischen den Menschen mit Pflegebedarf und den Pflegefachpersonen. Implizit wird Papierarbeit gegenüber der Arbeit am Körper aufgewertet.
Ganz nebenbei hoffe ich, dass APN nicht „am Bett“ arbeiten. Das sollen sie mal schön den Technikern überlassen.
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Moin!
Danke für den Beitrag @Ludwig_Thiry . Das „am Bett“ ist natürlich überspitzt, wenn sie an Patient:innen arbeiten oder an Bewohner:innen wäre das vorteilhaft 
Bei den anderen Themen bin ich vorsichtiger. Es braucht eben eine Systematik, die auch APNs hilft zukünftig. Warum sollte BAPID mehr Schreibtisch sein? Geht ja erstmal nur um die Abgrenzung und Systematik für Aufgaben, oder?
Vielen Dank für diese sehr interessante und wichtige Folge. Meine Tätigkeit hat sich nach dem Studium tatsächlich verändert. Ich darf nun ein APN Team leiten.
Diese sind seit etwa anderthalb Jahren an unserem Haus etabliert und wir erleben den Prozess, wie im Beitrag beschrieben, als komplex, herausfordernd und gleichzeitig sehr sinnvoll. Vieles ist dabei ein laufender Lernprozess und wird immer wieder neu justiert.
Besonders wertvoll finde ich den Austausch mit anderen Einrichtungen, in denen APN bereits gut implementiert ist und im Alltag gelebt wird. Der Blick über den eigenen Tellerrand hilft enorm, Strukturen und Umsetzung besser zu verstehen und weiterzuentwickeln.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist aus meiner Sicht die aktive Einbindung der Pflegedirektion und der Leitungsebenen über den Prozess.
Mindestens genauso wichtig ist aber die Perspektive der Mitarbeitenden auf den Stationen bzw. in den Bereichen: Wenn Pflegefachkräfte den Sinn von APNs verstehen und ihn im Alltag als echte Unterstützung für die Qualität ihrer Arbeit erleben, entsteht erst die notwendige Akzeptanz und Nachhaltigkeit.
Mich würde sehr interessieren, wie das in anderen Häusern gelebt wird.
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Hallo Sandra,
wie bekommt ihr das hin, dass die Mitarbeitenden auf den Station das Konzept mitleben? Habt ihr Informationsveranstaltungen durchgeführt?
Hallo Zusammen, danke für den Podcast. Ich nehme ihn mit in unsere Lehrveranstaltungen im Bachelor und nutze ihn zur reflektierten Rollenentwicklung mit den Studierenden. Interessant war auch ein Zitat aus einer aktuellen Bachelorarbeit zum Thema „Pflege 2045“: Arbeitest Du heute oder gehst Du in Dein Büro?".
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Hallo und willkommen!
Mach das gern, gibt sicher gute Impulse. Zu der Frage Pflege oder Büro… just heute haben wir eine Folge zur Bildungsarchitektur veröffentlicht, die genau das adressiert. Vielleicht ist das interessant.