Moin zusammen,
Erstmal möchte ich Sagen, dass mich die Meinung von allen Interessiert und nicht nur von den Studierenden und den Studierten.
Als ich mich mit Anfang 40 entschieden habe, ein Studium zu beginnen, war mir klar, ohne finanzielle Unterstützung von Extern, wird es nicht funktionieren. Ich habe das Glück das mein jetziger Arbeitgeber, ein städtischer Maximalversorger, versucht die Anerkennung als 3. Universitätsklinik des Landes Niedersachsen zu bekommen. Dies führt dazu, dass die Geschäftsführung die akademische Ausbildung auch in der Pflege fördert. Die Pflegedirektion nimmt dies dankbar auf, jede Person die möchte, kann sich um eine Unterstützung von 11.500 € bewerben.
Als Gegenargument höre ich häufig, dass man sich sehr stark an den Arbeitgeber bindet, man dessen Druck ausgesetzt ist und seine eigenen Entwicklungsmöglichkeit beschränkt ist.
Wer seht ihr das? Studium selbst finanzieren oder sich an den Arbeitgeber binden?
Also die Frage ist in diesem Zusammenhang ja auch die Rechtmäßigkeit. Bin mir nicht sicher, ob ein Arbeitgeber dich vertraglich verpflichten kann, dich zu binden. Im Zweifel müsste man das Geld zurückzahlen, klar. Die Summe ist schon üppig. Gibt es neuerdings Tendenzen, aufgrund der gesetzlichen Änderungen, das weiterzuführen/einzustellen?
Zu deiner Frage: solange man mit dem Arbeitgeber zufrieden ist und entsprechend seiner Vorstellungen eingesetzt wird, spricht ja nix dagegen, oder? Schwierig wird es immer nur, wenn man wechseln mag.
Guten Morgen,
Ich habe in Teilzeit einen Masterstudiengang in Pflegepädagogik mit finanzieller Unterstützung des Arbeitgebers absolviert, mit dem Plan anschließend in die hauseigene Pflegeschule zu wechseln. Das hat aber nicht funktioniert. Ein anderer Einsatzbereich im Haus im Bereich Pädagogik war auch nicht vorhanden. Aktuell arbeite ich in einem Hyybrid Modell, also engagiere mich in meinem Haus in der innerbetrieblichen Weiterbildung (das hab ich auch vor dem Studium schon gemacht, aber weniger intensiv), arbeite auf meiner Station und bin extern als Pädagoge tätig. Was ich am Ende des Verpflichtungszeitraumes machen werde, weiß ich noch nicht. Bei mir ist die Rückzahlungsumme etwa doppelt so hoch und ich bin noch ein paar Jahre älter als du und habe Familie.
Ich hatte mir diese Situation vorher nicht so gewünscht und die Bindung an den Arbeitgeber ist schon störend, allerdings wollte ich nie wirklich vom Bett weg. So dass mir diese hybride Situation eigentlich auch ganz gut gefällt. Es sind nur bei mir zu viele unterschiedliche Bereiche, die ich gerade ausprobiere. Ich würde gern die innerbetriebliche Weiterbildung noch ausbauen, allerdings bleibt das auf der gleichen finanziellen Ebene wie meine Stationsarbeit. Das Thema der Bezahlung von akademisierten Pflegefachpersonen gibt es hier ja auch schon.
Meine pädagogische externe Tätigkeit gefällt mir auch gut, Auch die kann ich mir gut vorstellen, sie ist nur noch ziemlich neu und ich bin darin noch nicht so routiniert. Ich habe auch noch eineinhalb Jahre, um mich weiter auszuprobieren.
Als Schlussfazit: Solange du dich mit deinem Arbeitgeber nicht überwirfst und verstreitest, findet sich meist eine Lösung und der Verpflichtungszeitraum ist in der Regel überschaubar. Ich würde die Chance zu studieren nutzen.
Liebe Grüße
Friedel