ich befinde mich derzeit in der letzten Phase meines Studiums Pflegepädagogik BA. In meiner BA möchte ich sehr gerne über das Thema “Gesunderhaltung von Lehrenden im Gesundheitswesen” schreiben.
Leider scheint es zu diesem Thema nur sehr begrenzte Quellen zu geben, viele Artikel befassen sich vorrangig mit Belastungen und Ressourcen von Lehrenden in allgemeinbildenden Schulen.
Vielleicht hat aber der ein oder andere/die ein oder andere ein paar Tipps.
Moin!
Ich habe dazu absolut keine Anhaltspunkte und müsste da selbst in die Recherche gehen. Das wirst du ja umfassend gemacht haben. Vielleicht hat aber @Aldair Idee oder Quellen, der ist (oder war?) ja in er Lehre und kennt sich gut aus.
In wieweit gibts denn da Unterschiede zu andere Personen, was die Gesunderhaltung betrifft?
Wäre es nicht klug nach den Belastungen zu schauen und dann spezifisch zu diesen Belastungen die Interventionen zu suchen, bzw. dahingehend die Recherche zu erweitern? Das ist spezifischer und da könnte es durchaus mehr geben.
Hmm ich könnte mir auch vorstellen, es von der Seite anzugehen und würde mir daher das Gesundheitsverhalten von deutschen Pflegefachpersonen anschauen (Stichwort Rauchen, Stress, die rückwirkenden Konsequenzen des Schichtdiensts, Impfverhalten, Skeletterkrankungen (Bandscheibenvorfälle etc.) usw.
Ich kann mir schon vorstellen, dass sich die Gesundheit von Lehrpersonen im Bereich Pflege deutlich unterscheidet, einfach weil es ein anderes soziales Milileu ist.
Lehrer:innen sind in der Regel klassische Akademiker:innen, während Berufslehrpersonen oft lange mit mittlerer Reife in der Pflege gearbeitet haben, das Abitur oft auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt haben und dann oftmals nebenberuflich studiert haben.
Das ist tatsächlich ganz interessant, das nebeneinander zu stellen.
Den Ansatz finde ich gut, man müsste dann aber erheben, ob die Lehrenden auch Pflegende gewesen sind. Soll ja professionell Pflegende geben, die dann studiert haben, um jetzt in der Bildung zu sein. Das ist ja nicht nur Schule, sondern auch Seminare, Fachweiterbildungen, usw.
Aber natürlich keine Ahnung, ob das Teil der Arbeit sein soll. Aber @KRK727 wirds einschätzen können
Hallo zusammen, danke erstmal für alle Antworten. Ich habe ein bisschen gebraucht, da ich tiefer in das Thema einsteigen wollte, bevor ich antworte. Also: Ich jetzt 3 Bücher durch (bzw. die relevanten Kapitel) durch, die sich mit der Rolle von Lehrenden an Gesundheitsschulen befassen (C. Drude/C. Vogler, 2022) und ein Buch, indem ein ganzes Präventionsprogramm beschrieben wird (Hillert et al., 2016). Jetzt lese ich derzeit ein Buch in welchem es um Lehrergesundheit allgemein geht (Kieschke, U./Krumrey, F., 2019). Die einzige Arbeit, die ich bisher gefunden habe, die sich mit Belastungen und Ressourcen von Lehrenden an Altenpflegenschulen befasst, ist von Schneider, C. (2014). Eine Internetrecherche bei Springer Pflege bzw. in Google Scholar ergab, dass es zu dem Thema speziell, so gut wie keine Veröffentlichungen gab - zu Themen wie Stresserleben (von Lehrertypen) oder einem Mangel an Pflegepädagoginnen, sehr wohl. Auch welche Belastungen/Sorgen von Auszubildenden an Pflegepädagog*innen herangetragen werden, habe ich eine Arbeit gefunden. Allerdings sind dies eben “nur” Faktoren, die auf die Gesundheit Einfluss nehmen können. Aufgefallen ist sehr wohl, dass sich die Belastungen der Lehrenden an allgemeinbildenden Schulen stark den Belastungen von Lehrenden in Pflegeschulen ähneln (z.B. Klassengröße; Bereitschaft und Motivation der Lernenden; Migration u. Integration; unterschiedliche Rollen, die zu erfüllen sind; die Arbeit an zwei unterschiedlichen Orten (wobei es bei Pflegepädagog*innen sogar drei wären)). Allerdings könnte ich dann immer nur den Vergleich ziehen und hätte aber (bisher) nur sehr spärliche Beweise, dass es auch so ist.
Einen Vergleich zwischen den Lehrenden und dem Pflegepersonal zu ziehen, halte ich derzeit zu weit weg von meiner eigentlichen Forschungsfrage, wobei es natürlich auch erwähenswert wäre, sich anzuschauen, wie viele Lehrende z.B. rauchen oder Alkohol trinken, um mit Belastungen am Arbeitsplatz zurecht zukommen.
Ich hoffe meine Antwort hilft euch mehr, mein Anliegen zu verstehen.
Danke dir für die Links. Ja, in so eine Richtung bin ich schon gegangen. Leider komme ich trotz Hochschul-VPN an die ersten beiden Quellen nicht ran. Das Buch werde ich mir dann jetzt sehr wahrscheinlich holen. Danke!
Jetzt stellt sich mir eine neue Frage: Kann ich Nursing professors mit Pflegepädagogen in Deutschland gleichsetzen? Nach englischen Quellen habe ich nämlich bisher nicht gesucht, da ich der Ansicht war/bin, dass der Studiengang “Pflegepädagogik” ausschließlich in Deutschland (vielleicht noch im deutsprachigen Raum) angeboten wird und das es daher auch nur hier Pflegepädagog*innen gibt.
Schau mal auf ResearchGate, ob du die Autor:innen / die Publikation findest. Dann anschreiben und fragen, ob du sie nutzen darfst. In der Regel schicken sie dir dann was. Insbesondere, wenn die Publikation schon ein paar Monate/Jahre „alt“ ist. Sonst auch gern ne Mail dorthin. Sind alles nur Menschen. Kann sonst @Max@Lukas@Francis helfen? Vielleicht kann jemand mit Datenbankzugang noch weiterhelfen.
Das kommt wohl auch etwas auf das Arbeitsumfeld und auf das Anforderungsprofil der Personen an. Vermutlich nicht 1:1, da die Strukturen anders sind im Ausland.
Das Problem wird sein: wenn du im deutschsprachigen Raum nur geringe Daten findest, wird es schwierig, Aussagen darauf aufbauend zu treffen. An die Grenze bist du ja bereits gekommen.
Daher könnte es ein Weg sein, mal zu schauen, wo denn die Anforderungsprofile im Ausland liegen, bzw. was die da so machen und vielleicht lässt sich in Studien ja auch ein Faktor rauslesen, weshalb die Belastung hoch ist, den es auch in Deutschland gibt.
Übertragbar wird das 1:1 nicht sein. Du solltest das aber am besten mit deiner Begleitperson absprechen, welchen Weg das einschlagen soll. Darfst du denn Feldforschung machen, oder musst du Literaturbasiert bleiben?
Wahrscheinlich wirst du schon mit deinem Betreuer/in gesprochen haben.?
Spät aber doch noch würde ich vorne anfangen wollen.
Wie ist dein Studiendisign? Hast du schon eine konkrete Fragestellung?
Erstelle eine PICO Fragestellung oder formuliere nach einem anderen System, PICO passt aber häufig.
Arbeite deine Schlüsselwörter raus, Meshterms, übetsetze diese ins englische. Sammel Synonyme und mache das ebenfalls. Alles aufschreiben, das ist der Methodenteil
Erstelle Ein und Ausschlusskriteren und arbeite dich durch CINAL und PubMed mit einer systematischen Literaturrecherche nach dem PRISMA Schema. Es wird für Pädagogik auch eigene Datenbanken und Arbeitsweisen geben aber die beiden oben genannten sind für das Gesundheitswesen gut.
Die internationale Sprache der Wissenschaft ist englisch, bitte unbedingt auch auf englisch suchen, sonst verpasst man 2/3 mindestens.
Ich hoffe ich habe dich nicht vollkommen demotiviert? Bei Fragen, ich bin jetzt öfter online und antworte nicht erst wieder in 3 Monaten.
lange war es jetzt sehr ruhig um meine Frage. Ich war sehr vertieft in meine Bachelorarbeit (und bin immer noch an dieser dran ). In dieser Zeit habe ich sehr viel gelesen und auch einiges geschrieben.
Der aktuelle Stand ist nun, dass ich an der Ausarbeitung meines methodischen Vorgehens sitze. Die gewählte Methode ist eine narrative Literaturrecherche. Diese bietet sich für dieses Thema wirklich gut an, da es zu der Gesundheitssituation von Pflegelehrenden wirklich nicht viel gibt. Zur Belastungssituation konnte ich extakt 3 Arbeiten finden (2 Masterarbeiten (2014 & 2024), 1 qualitative Studie (2022). Zur Gesundheitsförderung konnte ich 1 Literaturarbeit (2024) finden. Also nun wirklich nicht viel. In Rücksprache mit meinem Betreuer, konnte ich auch Literatur aus den allgemeinbildenden Schulen hinzuziehen, da bin ich etwas fündiger geworden.
Mein großes Problem stellt sich mir nun in der Aufarbeitung des Vorgehens. Meine Quellensuche war primär händisch, da es tatsächlich in Datenbanken wie PubMed oder Cochrane nichts gab, was meine Forschungsfrage beantwortet hätte. Springer Nature war mir als Datenbank zwar hilfreich, aber auch dort gab es primär Quellen über die Gesundheitssituation von Lehrpersonen an allgemeinbildenden Schulen. Kurz: Ich bin nicht wirklich mit System an die Sache ran gegangen, sondern habe mit Begriffen gesucht und Bücher gewälzt.
Das Vorgehen von systematischen Literaturarbeiten auf mein methodischen Vorgehen scheint mir allerdings auch unangebracht, es passt einfach nicht zu meinem (chaotischen) Vorgehen.
Habt ihr Tipps, für das Schreiben? (ChatGPT verwirrt mich mehr, als dass es hilft).
Danke auch, für all eure bisherigen Tipps und Vorschläge.
die Herangehensweise der narrativen Literaturrecherche ist hier ja offenbar erstmal nicht verkehrt. Allerdings solltest du trotzdem versuchen, das in eine Struktur zu bringen. Vielleicht hilft es dir, das alles erstmal zu beschreiben? Genau das ist ja Kern der Methode.
Mein Tipp für das Schreiben ist: alles in RUhe durchgucken und versuchen zu strukturieren. Offenbar hast du die Literatur ja einbezogen, also sind die Einschlusskrieterien klar und dann kannst du auch beschreiben, weshalb du genau diese Literatur gewählt hast.
Einfach mal anfangen, dann wird aus dem Chaos vielleicht Struktur. Mehr kann ich da ermutlich grad nicht zu sagen, weil ich mit dieser Methode bishe rnie gearbeitet habe und ich das Ausmaß deines Chaos nicht kenne